Imke Burhops krönender Abschluss als Spargelkönigin

Spargelessen der Niedersachsen-CDU / Christian Wullf will in Rohrsen eine Eiche für seinen Sohn pflanzen

Spargel, Sport - und der Griff zum Spaten: Nieder- sachsens Regierungschef Christian Wulff wird Rohrsen besuchen, um für seinen vor zwei Wochen geborenen Sohn Linus Florian eine Eiche zu pflanzen. Den Besuch entlockte Nienburgs Spargelchef Fritz Bormann, Rohrsen, dem Ministerpräsidenten Dienstag- abend beim festlichen Spargelessen der Niedersachsen-CDU und der Arbeitsgemeinschaft "Nienburger Spargel" in den Räumen des Landes- sportbundes Hannover.
"Wer einen Sohn bekommen hat, muss eine Eiche pflanzen - am besten bei uns in Rohrsen, wo wir einen Eichenring rund ums Dorf haben", sagte Bormann. Wulff nahm das Angebot an und versprach, sogar zwei Eichen zu pflanzen - für seinen Sohn und für seine 14-jährige Tochter Anna Lena. Zwischen dem 4. und 7. August will Wulff die Eichen pflanzen.
Es war das vierte festliche Spargelessen der Niedersachsen-CDU. Rund 230 Gäste aus Politik, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben, darunter eine große Abordnung aus dem Kreis Nienburg, genossen einen unterhaltsamen Abend. Für Nienburgs Spargelkönigin Imke Burhop war es der letzte große Auftritt und der krönende Abschluss ihrer Amtszeit. Sie saß neben Wulff am Prominententisch. Mit in der Runde: Ulf Thiele, Generalsekretär der CDU in Niedersachsen, der deutschsprachige Rocksänger Heinz Rudolf Kunze, die Vizeweltmeisterin im Rudern und Olympiateilnehmerin im Frauenachter, Christina Hennings (Gerking), sowie Fritz Bormann.
"Imke Burhop bewirbt sich gerade bei der Polizei, lieber Uwe", gab Wulff seinem Innenminister Uwe Schünemann einen Wink. "Wir sitzen alle in einem Boot und sollten möglichst harmonisch rudern, um ins Ziel zu kommen", leitete Wulff nicht nur auf den Gastvortrag der Olympiateilnehmerin Christina Hennings über. Gemeint war auch der Kampf gegen Politikverdrossenheit.
"Das Ergebnis der Kommunalwahl in Schleswig-Holstein mit nur 49 Prozent Wahlbeteiligung sollte uns zu denken geben. Wir müssen mit den Nichtwählern intensiver ins Gespräch kommen. Mir macht die Entwicklung Sorge. Unsere Demokratie muss immer wieder neu erkämpft werden." Wulff sprang für die Lehrer in die Bresche: "Sie sollte man schätzen und als Vorbild ansehen und als wahre Helden des Alltags erkennen."
"Die hellsten Köpfe stecken die Köpfe zusammen", nannte Wulff das doppeldeutige Motto des Abends. Vor dem Gaumenschmaus ein Ohrenschmaus: Heinz Rudolf Kunze sang in Begleitung von Wolfgang Stute und Hajo Hoffmann "Immer für dich da". "Das klingt wir ein politischer Slogan", sagte Kunze, der sich als Wulff-Fan entpuppte: "Andere brauchen Barack Obama, wir haben Christian Wulff."
Christina Hennings sagte, "Spargel ist eine leichte Kost und passt zu meiner Ernährung." Sie werde bei den Olympischen Spielen in Peking nach einer Medaille greifen, versprach sie und zeichnete ihr Trainingsprogramm auf: Drei bis vier Stunden am Tag Kraft- und Ausdauertraining, fünf Tage die Woche.
"Ich erwarte faire Wettkämpfe", sagte die 24-Jährige, die in Hannover Wirtschaftswissenschaft studiert. "Die schlechte Luft in Peking könnte aber ein Problem werden."
Auf die Krise zwischen Tibet und China eingehend, sagte Hennings: "Sport und Politik sollte man nicht zu sehr vermischen. Ich fahre nach Peking, um dort Sport zu treiben."
CDU-Generalsekretär Ulf Thiele sagte, in Niedersachsen werde auf 4000 Hektar Spargel angebaut. Er spielte auf die Fußball-Europameisterschaft an. "Hoffentlich werden wir auch Europameister im Spargelanbau."
"Nienburger Spargel hat eine hochwertige Qualität. Er schmeckt nussig und etwas süßlich, was am Boden liegt - das kann kein anderer bieten", sagte Fritz Bormann. Der Nienburger Spargel habe heilende Wirkung und treibende Kraft. "Bei uns in Rohrsen steht vor jedem dritten Haus ein Kinderwagen", scherzte Bormann und fügte hinzu: "Bei Christian Wulff ist das auch nicht spurlos vorbeigegangen." Und damit war er wieder bei der Eiche für Linus Florian.


(Aus DIE HARKE am Sonntag vom 29. Mai)