"Der Spargel liebt es feucht und warm"

Fritz Bormann rechnet in etwa vier Wochen mit echtem Freiland-Spargel



"2008 wird ein gutes Spargeljahr." Fritz Bormann, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft "Nienburger Spargel" ist gerade wegen des derzeitigen Wetters optimistisch. "Für den Spargel ist es gut, wenn der Boden feucht ist, wenn es warm wird", erklärt der Experte.
Mit hiesigem Freiland-Spargel rechnet der Landwirt aus Rohrsen in etwa vier Wochen. "Am 23. April kommt Minister Heiner Ehlen zur Saisoneröffnung, dann gibt es garantiert Nienburger Spargel", ist er überzeugt.
Auch in diesem Jahr wird im Landkreis Nienburg auf einer Gesamtfläche von 500 bis 600 Hektar Spargel angebaut. Allerdings verteilt sich die Fläche auf immer weniger Landwirte. "Immer mehr kleinere Anbauer geben auf. Das ist schade", bedauert Bormann.
Aber ob der gesamte Spargel dann auch gestochen werden kann, hängt nicht zuletzt davon ab, ob wieder genug Saisonarbeitskräfte in den Landkreis kommen. "Da besonders die Polen mittlerweile auch im eigenen Land dringend gebraucht werden, müssen wir abwarten, wieviel Spargelstecher da sind, wenn die Saison los geht. Aber irgendwie hat es bisher immer gepasst", zeigt sich der Rohrsener gelassen.
Reichlich zu tun hatte er dagegen bereits in der vergangenen Woche damit, für die Anbauer in der Region neuen Spargel anzupflanzen. "Eigentlich geht das erst später los, da aber die ersten Saisonarbeitskräfte schon da waren, um Folie zu legen, zu Ostern dann aber wieder zu Hause sein wollten, musste das jetzt Hals über Kopf gehen", berichtet Bormann. Zehn Hektar Spargel hat allein der Rohrsener auf Wunsch seiner Kunden in dieser Woche bei Wind und Wetter gepflanzt.
Die Spargelanbauer sind mittlerweile dazu übergegangen, in jedem Jahr zehn Prozent ihrer Spargelfelder zu erneuern.
Spargelpflanzen, die sechs Jahre lang ihre Pflicht erfüllt haben, werden umgepflügt, um - an anderer Stelle - wieder neu angepflanzt zu werden.
Nicht zuletzt dank der in etwa gleich bleibendne Gesamtanbaufläche ist gewährleistet, dass die Preise stabil bleiben. Bormann: "Der Preis fürs Kilo entspricht in diesem Jahr in etwa dem des Vorjahres, eventuell liegt er ein wenig darüber."
"Natürlich müssen wir auch in diesem Jahr wieder neue Märkte erschließen", betont der Spargel-Chef. Doch nach wie vor wird der größte Teil des ebenso leckeren wie gesunden Gemüses an die treuen Kunden verkauft. Das seien neben der Gastronomie und den Kunden auf den Wochenmärkten auch die Abnehmer auf den Großmärkten in Hamburg, Bremen und Hannover.
Für den Sprecher der Arbeitsgemeinschaft "Nienburger Spargel" einmal mehr ein Hinweis darauf, wie wichtig es war, "den Spargel mit dem Gütesiegel" einzuführen. Wie bereits mehrfach berichtet, wird dieser längst auch international gehandelt. Im Gegenzug findet mittlerweile allerdings auch der Saprgel aus aller Welt den Weg nach Deutschland.
Bormann: "Gerade zu Ostern ist der Markt voll mit Spargel aus Griechenland oder Peru. Aber keiner will ihn." Und auch den ersten einheimischen Erzeugern ist es gelungen, rechtzeitig zu Ostern Spargel anbieten zu können.
Nach Ansicht des Rohrseners ist es jedoch nicht gut, wenn die Spargelsaison zu früh beginnt. Und betont: "Wie jedes Gemüse hat auch der Spargel seine Zeit."