Spargel aus Nienburg nonstop nach Kuba
 
Minister Ehlen machte in der Karibik Appetit auf das Edelgemüse mit dem Gütesiegel
 
Spargel nach Kuba
Sondereinsatz für Herbert Schriever von der RWG Grafschaft Hoya und Bernd Antelmann von der Nien- burger Deula: Den vergang- enen Sonntag verbrachten die beiden damit, 50 Kilo frischen Nienburger Spargels für den Transport nach Kuba vorzubereiten. Zu verdanken hatten sie den ungewöhn- lichen Auftrag Niedersach- sens Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen.

Als Anführer einer Wirt- schaftsdelegation hatte die- ser den Menschen in dem Inselstaat in der Karibik im April Appetit gemacht auf ein typisch niedersächs sches Produkt. Dass es sich da bei nur um den echten Nienburger Spargel handeln konnte, kam nicht von ungefähr. Zum einen beginnt die Saison für das Edelgemüse mit dem Gütesiegel im Landkreis Nienburg offiziell immer erst dann, wenn sich der Minister zum "Spargelanstich" auf dem Deula-Gelände eingefunden hat, zum anderen war auch Nienburgs Deula-Chef Fritz Bründer Mitglied besagter Wirtschaftsdelegation. Und dass dieser es sich nicht nehmen ließ, sich persönlich für einen erfolgreichen Kuba-Deal zu verbürgen, verstand sich von selbst.

Allerdings sollte es noch bis Mitte Juni dauern, bis es endlich losgehen konnte. Genehmigungen waren einzuholen, Formalitäten zu erledigen. Doch dann ging es Schlag auf Schlag. Wie Bernd Antelmann im Gespräch mit der Harke am Sonntag berichtete, erreichte der Anruf, dass die Fracht am Montag morgen sozusagen reise fertig zum gut zehnstündigen Nonstop-Flug nach Havanna am Frank furter Flughafen sein müsse, Fritz Bormann als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft "Nienburger Spargel" am Freitagabend. Und damit zu einem Zeitpunkt, an dem die meisten Spargelerzeuger ihre Beete schon abge pflügt hatten, weil die Saison in diesem Jahr bereits im April begonnen hatte (die HamS berichtete). Eine Bestellung von 50 Kilo - normalerweise ein Klacks - stellte da schon eine kleine Herausforderung dar. Aber Fritz Bormann wäre nicht Fritz Bormann und Herbert Schriever nicht Herbert Schriever, wenn sie nicht auch diese Aufgabe gemeistert hätten.

Um sicher zu stellen, dass der Spargel so frisch und so unbeschädigt wie möglich in der Karibik ankommen würde, wurden die blauen Kühltaschen schon am Sonnabend zum Vorkühlen ins Kühlhaus der RWG am Nienburger Bahnhof verfrachtet. Die Spargelstangen selber schützen die Spargellieferanten dann am Sonntag beim Einsortieren mit Holz wolle vor Erschütterungen.

Da von, dass das Edelgemüse aus dem Landkreis Nienburg - und selbstredend auch der mit gelieferte Schinken und die ebenfalls nicht weg zu denkende Sauce Hollandaise - den Menschen in Havanna mittlerweile gemundet haben dürfte, geht Bernd Antelmann aus. Und davon, dass der Spargel vor dem Verzehr sorgfältig geschält wurde, natürlich auch...