Fürs Flugzeug lieber ohne Spargelwein
 
Hochsaison für "Nienburger Spargelkiste" / Allein 50 Kisten für Firma in Stadthagen gepackt
 
Spargelkiste
Ein Kilo "Nienburger Spar- gel", ein Stück Land- schinken, eine Flasche Spar- gelwein, ein Foto von der Spargelkönigin, die neuen Servietten, und, gegen Auf- preis, das Spargelkoch- buch: Wem ließe diese Auf- zählung nicht das Wasser im Munde zusammen laufen?

Marianne Schriever muss dieser Versuchung nahezu täglich widerstehen. Als Mitarbeiterin der RWG Graf- schaft Hoya hat sie allein in der vergangenen Woche gleich 50 dieser "Nienburger Spargelkisten" an einem Stück gepackt. Kunde war ein Gleisbauunternehmen aus Stadthagen. Einmal im Jahr lädt dessen Inhaber seine Geschäftspartner zu einem kleinen, aber feinen Meeting ein.

Und das nicht, ohne die Damen und Herren für den Heimweg mit einem netten Andenken auszustatten: der Spargelkiste. Allerdings mit einer Vorgabe: da die Gäste in der Mehrzahl mit dem Flugzeug an- und abreisen, Flüssiges im Flieger aber seit einiger Zeit verboten ist, wird die Flasche Spargelwein kurzer hand er setzt durch eine etwas größere Menge Spargel und einen praktischen Spargelschäler. Wie Herbert Schriever, bei der RWG für die Vermarktung des " Nienburger Spargels" zu ständig, im Gespräch mit der Harke am Sonntag berichtet, werden in der Saison durchschnittlich 150 Spargelkisten gepackt. Der artige Großaufträge wie der des Stadthagener Unternehmens seien zwar die Ausnahme, andererseits gingen aber immer mehr Kommunen dazu über, in der Spargelzeit bei offiziellen Anlässen statt eines Bildbandes eine " Nienburger Spargelkiste" zu überreichen.

Hinzu kämen Anfragen aus allen Teilen Deutschlands sowie aus der Schweiz oder Japan. Innerhalb Deutschlands zu liefern, ist für Schriever kein Problem.

Da für eine Lieferung beispielsweise nach Berlin lediglich 4,86 Euro berechnet würden, habe erst kürzlich eine Spargelkiste ihren Weg in die Bundeshauptstadt angetreten. Schwieriger wird es dagegen mit dem europäischen Ausland. Der Experte: "Dafür eine Lieferung in die Schweiz allein für den Transport 42 bis 45 Euro berechnet werden, sind derartige Geschäfte eher selten." Völlig illusorisch die Realisierung einer Bestellung aus Japan. In diesem Fall hätte allein die Lieferung 3300 Euro gekostet.