Großhändler bevorzugen 1. Klasse

Herbert Schriever von der RWG bezeichnet die bisherige Spargelsaison als speziell

"Ich esse gern den Jumbo-Spargel, der ist zwar dick, aber nicht hohl und sehr zart", erzählt Herbert Schriever von der Raiffeisen-Warengenossenschaft Grafschaft (RWG) Hoya. Auch diese besondere Sorte des edlen Gemüses ist jetzt wieder genügend vorhanden, weil es seit Pfingsten wärmer geworden ist. "Im Mai hat einfach die Sonne gefehlt. Dadurch sind natürlich auch die Preise ein wenig angestiegen", berichtet der 58-Jährige. Er selbst war davon aber nicht so sehr betroffen. Die RWG beliefert als Großhändler die Edeka Minden-Hannover und Nordgemüse Hamburg. "Das sind unsere zwei Hauptkunden. Sie nehmen bei uns überwiegend den Spargel der 1. Klasse ab."



Grüner Spargel wird bekannter

Bei den Kunden im dazugehörigen Raiffeisen-Markt, wo während der Saison Ehefrau Marianne Schriever mit ihren Kolleginnen das heimische Gemüse an einem Stand verkauft, ist jedoch der Spargel der 2. Klasse besonders beliebt. Seit einigen Jahren sind auch die Stangen, die oberhalb der Erde wachsen und sich zudem farblich und geschmacklich anders präsentieren, auf dem Vormarsch. Hiermit ist der grüne Spargel gemeint, "der ebenfalls von den heimischen Erzeugern des Landkreises Nienburg geerntet wird", erläutert Schriever, der jedoch nach wie vor mehr die Zukunft im weißen Spargel sieht.

Saison endet Johannitag

Dieser kann aufgrund neuer Techniken im Anbau immer früher gestochen werden. "Seit den 1980er Jahren gibt es die Folie auf den Feldern. Damit lässt sich die Wärme gut regulieren", erklärt der Spargelkenner, der seit 1973 die edlen Stangen vertreibt. Für ihn ist diese Saison sehr speziell. "Sie hat am 11. April angefangen, ging verhalten los und stabilisiert sich langsam wieder." Als Grund für den frühen Start, den es auch schon in den vergangenen Jahren gab, nennt er die Technik der so genannten Minitunnel. Das Ende der Spargelzeit ist jedoch abzusehen. Bis zum Johannitag, 24. Juni, wird in der Regel geerntet. Deshalb geht Herbert Schriever mit einem guten Vorsatz voraus und genießt täglich seinen Lieblings-Spargel frei nach dem Motto: "Nicht vergessen: Spargel essen."