Billige Importware zurückgedrängt

Spargelsaison Agrarminister Ehlen macht Landwirten Mut, den Anbau auszuweiten

Der scheidende niedersächsische Agrarminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) hat gestern am späten Nachmittag in der Nienburger Deula die Spargelsaison eröffnet. Er machte den Landwirten Mut, das Geschäft zu erweitern.

importware"Das hatte der Geschäftsführer der den Nienburger Spargel vermarktenden RWG Grafschaft Hoya, Arno Schoppe, angekündigt. In dem mit Vertretern des öffentlichen, politischen und Wirtschaftslebens besetzten Blattpavillon bekannte sich Schoppe für kleine und mittlere bäuerliche Betriebe in einer Zeit, in der sich immer mehr Großlandwirte zu Energiewirten entwickelten und es kaum noch Flächen für Spargelbauern gebe. Dass Investitionen in die Zukunft "in Beton stattfinden", dem hielt Schoppe die Vorzüglichkeit des Nienburger Spargels in Qualität und Vermarktung entgegen.
Ähnlich Kreislandwirt Tobias Göckeritz. Der setzt auf Intensivierung und Veredelung des Spargelanbaus und des Edelgemüses selbst, auf die rund 60 mittleren und kleinen Betriebe auf 60 Hektar mit rund 3000 Erntehelfern, auf "Vielfalt statt Einfalt". Er wandte sich gegen Anbaumonotonie und dankte für Ehlens Einsatz bei Außenkontakten und Öffnung der Märkte für den Nienburger Spargel. "Der wird als Spezialität bis Japan geliefert."
Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Nienburger Spargel, Fritz Bormann, erklärte, das anfängliche Ziel 1995, hervorragende Qualität in einer Gemeinschaft zu suchen, zusammenzuhalten und gemeinsam Geschäfte zu machen, habe den Nienburger Spargel in Norddeutschland zur Nummer eins gemacht. 1995 wurde auf 500 Hektar Spargel angebaut. Jetzt sind es knapp 1000. "Der Spargel ist gefragt wie nie zuvor", erklärte Bormann.
Bernd Antelmann von der Deula dankte dem Minister, der die Deula und die Landwirtschaft nicht mit Geld, "sondern mit Denkanstößen und Ideen zugeschüttet hat". Für Ehlen war die erste Eröffnung der Spargelsaison anfangs seiner Ministerzeit insofern ein wichtiger Termin, als sich nun zeige, dass sich eine Region von einer Idee habe mitreißen lassen: Der Nienburger Spargelanbau sei nachhaltig aufgestellt, ein guter Botschafter aus Nienburg, der wiederum andere mitreiße. Denn von den 2002 rund 40?000 Tonnen importierten Spargelmengen sind 24?000 Tonnen übrig geblieben. "Jetzt schaffen wir das allein", sagte Ehlen.