Spargel: Alles passte - bis aufs Wetter

Saisonabschluss: Teilweise nur 50 Prozent Ertrag/Qualitätsmarke durch viele Aktionen präsent

Foto links: Der Niedersachsentag - in diesem Jahr am vergangenen Wochenende in Celle - ist fester Bestandteil im Terminkalender der Nienburger Spargelkönigin. Am Sonntag waren Dorothee Vogel und Herbert Schriever gut gelaunt unterwegs.

Zum 15. Mal lud die Arbeitsgemeinschaft Nienburger Spargel zum Saisonabschlussessen, um Freunden und Förderern des Edelgemüses für ihr En- gagement zu danken. Für AG-Sprecher Fritz Bor- mann war dies auch Gelegenheit, Bilanz der Spargelsaison 2010 zu ziehen. Sein Fazit: Neue Feste und Aktionen, gute Vermarktungssituation und Arbeitskräfte genug - eigentlich passte alles, nur das Wetter spielte nicht mit. Vor allem der Mai war viel zu kalt für die Spargelpflanzen. „Dieses Jahr hat mal wieder eindeutig gezeigt, dass der Faktor Wetter nicht zu planen ist“, sagte Bormann. „Momentan haben wir das richtige Spargelwetter - aber nun ist die Saison ja vorbei.“ Deutlich geworden sei diesmal aber auch, dass traditionell gute, sandige Spargelböden mit dem kühlen Wetter besser zurechtkamen. Dort seien die Einbußen trotz der Kälte nicht so gravierend gewesen, während Anbauer auf weniger guten Flächen von nur 50 bis 60 Prozent Ertrag berichtet hätten. Geringer Trost immerhin: „Absatzschwierigkeiten hatten wir in diesem Jahr keine, und auch die Qualität war sehr gut“, gewann Bormann der kalten Saison noch eine gute Seite ab.
Auch die vor einigen Jahren noch prekäre Situation mit den ausländischen Arbeitskräften habe sich deutlich verbessert, und vereinzelt schon in Einsatz gebrachte Maschinen täten ein Übriges, um die Situation künftig zu entspannen. Dass es in der Saison an beinahe jedem Wochenende ein Fest oder eine Aktion rund um den Nienburger Spargel gegeben habe, habe die Qualitätsmarke positiv ins Gespräch gebracht. Fürs nächste Jahr könne man sicherlich darüber sprechen, „ob man das eine oder andere anders macht, aber wichtig ist, dass der Nienburger Spargel bei allem an erster Stelle steht“, betonte der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft. Ein Dankeschön richtete Bormann an RWG-Geschäftsführer Arno Schoppe sowie Herbert Schriever, bei der RWG für die Spargelvermarktung zuständig, für das Engagement um das Edelgemüse und für die Betreuung und Unterstützung der Nienburger Spargelkönigin.

Foto rechts: Gruppenbild mit Spargelkönigin Dorothee Vogel, die ihre ersten Einsätze als Re- präsentantin des Nienburger Edelgemüses schon mit Bravour absolviert hat. Von links: Stellvertretender Landrat Jan Ahlers, Fritz Bormann und Herbert Schriever. Foto: Hüneke-Thielemann

Am vergangenen Wochenende war Herbert Schrie- ver gerade wieder gemeinsam mit der am- tierenden Spargelkönigin Dorothee Vogel sowie den ehe- maligen Majestäten Miriam Siegel und Sonnele Göckeritz auf dem „Tag der Niedersachsen“ in Celle unterwegs: „Eine schöne Aktion, das hat richtig Spaß gemacht“, meinte Schriever, der Majestät Dorothee bei dem 3,5 Kilometer-Umzug durch die Celler Altstadt begleitet hatte.
Dass er stolz darauf sei, „daher zu kommen, wo der Nienburger Spargel wächst“, versicherte Land- tagsabgeordneter Jan Ahlers, der Grüße als stellvertretender Landrat überbrachte. Der Arbeitsgemeinschaft, Fritz Bormann und Herbert Schriever dankte er für ihren Einsatz um die Marke mit dem Gütesiegel: „Macht weiter so!“ Ahlers erinnerte daran, dass Rohrsen quasi das Spargel-Urspungsland der Region sei: „Schon in uralten Karten ist die Gegend als Gebiet für Spargelanbau verzeichnet, man befindet sich hier also historisch gesehen im Zentrum des Spargelanbaus.“ Passend dazu machte auch der von Birgit und Wilfried Dierks an diesem Abend im Gasthaus Siemer servierte Spargel diesem historischen Hintergrund alle Ehre: Er schmeckte ausgezeichnet, befanden die Gäste am Ende dieses ebenso informativen wie unterhaltsamen Abends einhellig.