Der Spargel braucht Sonne

Erträge 20 Prozent unter dem Durchschnitt

So eine Spargelsaison hat Robert Wittmershaus zuletzt als Kind in Erinnerung. "Dass wir nur jeden zweiten oder dritten Tag während der Saison stechen, ist schon recht ungewöhnlich", sagt der Landwirt aus Pennigsehl. Der kalte Mai und besonders die fehlende Sonne haben große Auswirkungen auf den Ertrag. Das geht aus einer Pressemitteilung des Ladvolks Mittelweser hervor.
"Ich habe derzeit Einbußen von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr", sagt Wittmershaus. Er kultiviert das Edelgemüse auf acht Hektar, die er komplett mit Folie bedeckt. "Die Lufttemperatur ist gar nicht so entscheidend, denn die Folie kann ja bei ausreichend Sonne die Wärme speichern und an den Damm abgeben. Aber ohne Sonne ruht das Wachstum fast."
Der Grünspargel sei teilweise kaputt gefroren und ohne werde er gar nicht grün. Ab Hof bekommen die Kunden bei ihm trotzdem täglich Spargel. Nur die Mengen, die er als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Nienburger Spargel in die gemeinsame Vermarktung gibt, sind begrenzt.
"Wir könnten wesentlich mehr über den Großhandel vermarkten. Die Nachfrage ist groß", sagt Herbert Schriever, der bei der Raiffeisen Warengenossenschaft Grafschaft Hoya für die gemeinschaftliche Vermarktung des "Nienburger Spargels" zuständig ist. 60 Landwirte haben das Stangengemüse auf rund 900 Hektar angebaut. Für die Erzeuger sind bisher nur die stabilen Preise ein leichter Trost. "Für die erste Sorte werden rund sieben Euro ab Hof genommen. Das ist ein gutes Niveau", so Schriever. Die Landwirte, die in Minitunnel investiert haben, waren eindeutig im Vorteil. Dazu gehört Klaus Dohrmann aus Arkenberg: "Ich habe etwa fünf Hektar unter Tunnel. Das Treibhausklima funktioniert aber auch nur, wenn´die Sonne scheint." Im Durchschnitt der vergangenen Jahre hat er rund 20 Prozent weniger Ertrag, dafür aber die gleichen Personalkosten. "Die Erntehelfer laufen die Dämme entlang und haben am Ende nur einen halbvollen Korb. Das rechnet sich schlecht." Die Spargelanbauer setzen jetzt auf die angekündigte Pfingstsonne. "Die Pflanze braucht ein zwei warme Tage, um in Gang zu kommen. Wir hoffen, dass wir alle Nachfragen rechtzeitig bedienen können", sagte Schriever.