Gemeinsam für Erfolgsstory "Nienburger Spargel"

Am 14./15. Mai dreht sich in Nienburg alles um den Spargel / Neuland bei ausländischen Arbeitskräften

Vor ungewöhnlich großer Zuschauerkulisse traf sich die Arbeitsgemeinschaft (AG) Nienburger Spargel am 21.022011 jetzt im Holtorfer "Hotel zur Krone". Dank an Spargelkönigin Dorothee Vogel, Rückblick, aber vor allem Ausblick auf die in rund zwei Monaten startende Saison standen im Mittelpunkt: Saisoneröffnung soll am 29. April mit Wirtschaftsminister Bode sein, und am Wochenende 14. und 15. Mai dreht sich mit dem Spargellauf, dem Spargelvergnügen in der Innenstadt und am Sonntag dann der Kür der Spargelkönigin beim Museumsfest alles um das königliche Gemüse. "Unser Nienburger Spargel ist etwas Besonderes: die Marke mit dem Gütesiegel bietet höchste Qualität, um die sich Landwirte und Vermarkter allerdings auch intensiv kümmern. Kunden wissen das zu schätzen. Und wir haben seit 16 Jahren die schönsten Mädchen als Spargelköniginnen", sagte AG-Sprecher Fritz Bormann und schloss ein Dankeschön an die amtierende Majestät Dorothee Vogel an, die das Nienburger Edelgemüse bei etlichen Festen in ganz Norddeutschland und auf der Grünen Woche bestens repräsentiert habe. Weniger erfreulich: Das schlechte Wetter in der vergangenen Saison hatte teilweise für 30 Prozent Einbußen gesorgt. Aber immerhin sei der Preis stabil geblieben: "Und die Kunden haben zur Stange gehalten und nicht ausländische Ware gekauft", lobte Bormann. Ein ebenso wichtiges Standbein wie der Direktverkauf an die Kunden sei jedoch die konzentrierte Vermarktung im großen Stil über die RWG: "Wir freuen uns, dass der Spargel der RWG als vergleichsweise kleiner Part im großen Unternehmen trotzdem wichtig ist", meinte Bormann an die Adresse vom RWG-Chef Arno Schoppe. Dieser versicherte, dass das auch in Zukunft so bleibe. Außerdem sei der Nienburger Spargel zwar ein kleines, aber umso bekannteres Segment im Unternehmen: "Wenn ich im Münsterland oder Hessen unterwegs bin, dann kennt uns keiner wegen der großen Getreidemengen, aber vom Nienburger Spargel haben alle schon mal gehört". Schoppes Appell: Interessen bündeln und sich gemeinsam weiter mit Engagement für dieses nachhaltige Produkt einsetzen - dann werde die Erfolgsstory Nienburger Spargel fortgesetzt. Neuland erwartet die Spargelanbauer dieses Jahr bei den ausländischen Arbeitskräften. "Für etliche Länder gilt die volle Freizügigkeit - zum Beispiel für polnische Spargelstecher benötigen Sie keine Genehmigungen unsererseits mehr", machte Harald Büge von der Bundesagentur für Arbeit deutlich. Vergangenes Jahr hatte sein Amt für die Bereiche Nienburg, Diepholz und Neustadt noch 9300 Genehmigungen (wovon ein Drittel wieder storniert wurde) erteilt und damit übrigens knapp 560 000 Euro eingenommen. Weil jetzt nur noch rumänische und bulgarische Arbeitskräfte genehmigungspflichtig sind, fällt diese Aufgabe in seinem Amt weg: Genehmigungen für Nienburg erteilt künftig nur noch die Agentur in Duisburg. Auf die Frage eines Bauern, ob denn jetzt die Personalausweise der Rumänen tagelang per Post auf die Reise müssten, meinte Büge: "Ich denke, das können wir noch vor Ort annehmen und per Kopie nach Duisburg schicken. Und sie können uns zunächst auch weiterhin um Rat fragen". Er riet den Spargelbauern dringend, mit polnischen Kräften eindeutige Arbeitsverträge abzuschließen: "Denn die neue Freizügigkeit bedeutet auch, dass die Arbeiter überall Stellen suchen können. Das könnte bei schlechtem Wetter zum Problem werden". Immerhin dürfe man die Spargelstecher jetzt auch für andere Arbeiten auf den Höfen einsetzen. Wenig gute Erfahrungen habe das Arbeitsamt mit bulgarischen und rumänischen Vermittlungsfirmen gemacht: "Da sollte man vorsichtig sein und alles sehr genau prüfen." Zum Abschluss des Abends gab es "Spargel satt, bitte" - allerdings nur als Film, in dem Hartmut Riepe mit einem informativen und bunten Bilderbogen schon einmal richtig Appetit auf das Nienburger Edelgemüse macht.



Fitz Bormann und Herbert Schriever dankten Spargelkönigin Dorothee Vogel für ihren Einsatz

Bericht und Foto: Hüneke-Thielemann